Tierelend wir helfen ! Ratgeber Igel im Herbst: Wann Hilfe sinnvoll ist und wann nicht

Igel im Herbst: Wann Hilfe sinnvoll ist und wann nicht

Im Herbst begegnen uns im Garten, im Park oder am Wegrand wieder häufiger Igel. Die stacheligen Wildtiere sind jetzt besonders aktiv, denn sie fressen sich eine Reserve für den Winterschlaf an. Viele Menschen möchten ihnen dabei helfen. Das ist ein schöner Gedanke, doch gut gemeinte Hilfe kann auch schaden. In diesem Beitrag schauen wir uns an, wann Igel wirklich Unterstützung brauchen und wie ihr sie im Alltag schützen könnt.

Igel sind Wildtiere

Das Wichtigste vorweg: Igel sind Wildtiere und keine Haustiere. Ein gesunder Igel, der im Herbst in der Dämmerung oder nachts unterwegs ist, braucht keine Hilfe. Er sollte weder aufgenommen noch mit nach Hause genommen werden. Igel stehen unter Schutz, und die Entnahme aus der Natur ist nur in begründeten Ausnahmefällen gerechtfertigt, etwa wenn ein Tier verletzt oder hilflos ist.

Wer unsicher ist, beobachtet das Tier am besten zunächst aus der Distanz und holt sich fachlichen Rat, bevor er eingreift.

Wann ein Igel Hilfe braucht

Es gibt einige Anzeichen, bei denen ihr genauer hinsehen solltet:

  • Der Igel ist sichtbar verletzt oder humpelt.
  • Er ist tagsüber unterwegs, torkelt oder wirkt apathisch.
  • Er liegt auf der Seite oder rollt sich bei Berührung nicht mehr ein.
  • Er ist von Fliegen umschwirrt oder hat Fliegeneier im Stachelkleid.
  • Ein sehr kleines Jungtier ist bei Frost oder Schnee allein unterwegs.

In solchen Fällen solltet ihr euch an eine tierärztliche Praxis, eine Igelstation oder eine Tierschutzorganisation in eurer Nähe wenden. Dort weiß man, was zu tun ist. Bis dahin kann der Igel vorsichtig mit Handschuhen in einen hohen Karton mit Zeitungspapier und einem Handtuch gesetzt und an einen ruhigen Ort gebracht werden.

Richtig füttern oder lieber nicht

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Igel Milch trinken sollten. Igel vertragen Milch nicht, sie kann zu schweren Verdauungsproblemen führen. Auch Obst, Brot oder Essensreste gehören nicht in die Futterschale, denn Igel ernähren sich vor allem von Insekten, Käfern und anderen Kleintieren.

Wenn ihr in Absprache mit Fachleuten zufüttert, eignet sich ungewürztes Katzenfutter mit hohem Fleischanteil. Stellt immer eine flache Schale mit frischem Wasser dazu. Achtet darauf, dass Katzen oder andere Tiere nicht an das Futter kommen, und haltet die Schalen sauber.

Ein igelfreundlicher Garten

Die beste Hilfe für Igel ist ein naturnaher Garten. Ein Laubhaufen oder ein Reisighaufen in einer ruhigen Ecke dient als Winterquartier. Verzichtet möglichst auf Schneckenkorn und andere Gifte, denn sie gefährden auch die Tiere, die Schnecken fressen. Kleine Durchgänge in Zäunen ermöglichen den Igeln, zwischen den Gärten zu wandern.

Einige Gefahren lassen sich mit wenig Aufwand entschärfen. Deckt Kellerschächte und Lichtschächte ab, sichert Teiche mit einer flachen Ausstiegshilfe und lasst Mähroboter nicht in der Dämmerung oder nachts laufen. Bevor ihr einen Laub- oder Reisighaufen entfernt oder verbrennt, solltet ihr ihn vorsichtig kontrollieren. Mit solchen kleinen Schritten tragen wir alle dazu bei, dass Igel gut durch den Winter kommen.

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